{"id":93,"date":"2017-05-02T14:35:47","date_gmt":"2017-05-02T14:35:47","guid":{"rendered":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/?p=93"},"modified":"2017-05-02T14:35:47","modified_gmt":"2017-05-02T14:35:47","slug":"die-symbolik-der-zwei-kalenderordnungen-und-ihr-bezug-zum-sonnenwendereignis-2","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/?p=93","title":{"rendered":"Die Symbolik der zwei Kalenderordnungen und ihr Bezug zum Sonnenwendereignis"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht am <a href=\"https:\/\/web-beta.archive.org\/web\/20160316233403\/http:\/www.zahlensymbolik.de\/?p=116\">21. Februar 2013<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0 \u2013 \u00a0<\/strong>oder warum f\u00e4llt die Wintersonnenwende am 21.\/22. Dezember weder mit dem Neujahrsfest am 1. Januar noch mit der Geburt Christi am 25. Dezember zusammen?<\/p>\n<p>Inhaltsverzeichnis<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Zwei Seiten einer M\u00fcnze und das sie Verbindende das Symbolische<\/strong><\/li>\n<li><strong> Die verbindende Aufgabe der religi\u00f6sen Ordnung<\/strong><\/li>\n<li><strong> Die Natur: das Eine und die Zahl 4<\/strong><\/li>\n<li><strong> Die christliche Religion und das Subjekt (5)<\/strong><\/li>\n<li><strong> Die zwei Kalenderordnungen und ihr Bezug zum Ereignis der Sonnenwende<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 5.1 Die Differenz zwischen Wintersonnenwende und dem 1. Januar<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 5.2 Die Differenz zwischen Wintersonnenwende und dem<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u201eTag der Geburt des Subjekts\u201c am 25. Dezember<\/strong><\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong> Die Kalenderordnung \u2013 die Begegnung des Subjekts mit dem scheinbar Irrationalen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Zwei Seiten einer M\u00fcnze und das sie Verbindende das Symbolische<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Zeitpunkt der Wintersonnenwende und der Augenblick der Geburt Christi, der Geburt des geistigen Lichtes, stellen zwei unterschiedliche Arten eines Neubeginns dar. Die Festlegung des Zeitpunktes der\u00a0 Wintersonnenwende ist der Versuch, den Neubeginn aus der naturwissenschaftlichen Perspektive heraus zu erfassen, w\u00e4hrend die Geburt des Lichtes in der Person des Christuskindes das Ph\u00e4nomen eines Neubeginns aus einer geisteswissenschaftlichen Perspektive zu erfassen versucht. Beide Perspektiven verhalten sich wie die beiden Seiten einer M\u00fcnze, die als ein Ganzes begriffen werden wollen.<\/p>\n<p>Das Gemeinsame beider Kalenderdaten ist, dass sie uns auf zwei verschiedene Weisen zeigen, dass das Entstehen eines Neuen das profane Bewusstsein mehr oder weniger \u00fcbersteigt und dass sie uns beide nach dem grunds\u00e4tzlichen Wesen jeder (Neu-) Manifestation fragen lassen.<\/p>\n<p>Die Suche nach den Kalenderdaten, welche in unserem Kulturkreis w\u00e4hrend der dunklen Phase des Jahres einen Jahreswechsel und somit eine \u201eNeu-Manifestation\u201c symbolisieren, f\u00fchrt zu <em>vier<\/em> verschiedenen. Alle stehen f\u00fcr einen Neubeginn:<\/p>\n<p><strong>\u2666 \u00a021. Dezember: Sonnenwende \/ die naturwissenschaftlich-faktische Sicht<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u2666 \u00a025. Dezember: Weihnachten \u00a0\/ \u00a0die Symbolgeburt des Bewusstseins<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u2666 \u00a001. Januar: Geburt des neuen Kalenderjahres \/die Struktur der weltlichen Ordnung<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u2666 \u00a006. Januar: \u00a0Hochneujahr (Dreik\u00f6nigstag) \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\/die Struktur der geistigen Ordnung<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dem Inhalt nach k\u00f6nnen wir bei den vier Daten zwei unterschiedliche Sichtweisen ausmachen. Grob gesehen entsprechen diese dem fleischlichen Auge einerseits und dem geistigen Auges andererseits. Trotz der Abstraktion bleibt jedoch eine grunds\u00e4tzliche Differenz. Ihr gehen wir nach, und sie wird uns \u2013 wie wir noch sehen werden zu deren Sinn f\u00fchren, n\u00e4mlich der Erkenntnis, dass wir aus dem \u201eDazwischen aller Existenzen\u201c (s. Aufsatz \u201eZwei Kalenderordnungen\u201c\/ &gt;&gt;Link einf\u00fcgen&lt;&lt;) nicht herauskommen, jedenfalls nicht, ohne uns das Verbindende zwischen den Existenzen zu vergegenw\u00e4rtigen. Das Verbindende zu finden, aber erfordert, das Symbolische hinter den Existenzformen zu erfassen.<\/p>\n<p>Der Mensch steht durch seine Existenz in der Polarit\u00e4t. Sein Geist aber strebt der Einheit zu. Auf seiner Suche wendet er sich notwendigerweise Einzelheiten zu. Diese aber sind immer \u201enur\u201c Formen, d.h. Repr\u00e4sentanten der urspr\u00fcnglichen Einheit. Immer, wenn der Mensch glaubt, eine Einheit dingfest gemacht zu haben, wird er bei gen\u00fcgender Vergr\u00f6\u00dferung des von ihm Gefundenen Unregelm\u00e4\u00dfigkeiten und Abweichungen entdecken. Wir kennen das Prinzip aus der Geometrie. Ein Kreis, ein Dreieck oder ein anderes symmetrisches Gebilde ist ein solches nur in der Welt der Ideen und Ideale. Analog verh\u00e4lt es sich mit der Ordnungssuche mit Hilfe von Kalendern. Das Andere, das vom Ideal Abweichende ist nicht aus der Welt zu schaffen. Vielmehr muss man mit ihm leben, es verstehen und endlich dazu nutzen, die Einheit in einem weiteren Grade zu offenbaren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Die verbindende Aufgabe der religi\u00f6sen Ordnung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Aus der Vielheit der Erscheinungen heraus die alles verbindende Einheit zu offenbaren, das ist die vornehmliche Aufgabe aller Religionen. Ihr Werkzeug ist die Symbolik, insbesondere die der Zahlenarchetypen. Deshalb wird sich ihre Kalenderordnung \u00fcber die Zahlenarchetypen erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Kirchenlehrer haben die \u00e4ltere, weltliche Kalenderordnung vorgefunden. Ihre Absicht bestand nun nicht darin, diese zu korrigieren oder gar zu negieren. Sie wollten vielmehr dieser einen weiteren, erhellenden Pol gegen\u00fcberstellen, der zwei Aufgaben erf\u00fcllen musste: Zum einen sollte die religi\u00f6se Kalenderordnung zahlensymbolisch <em>in sich<\/em> stimmig wirken und zum anderen musste sie ein Verkn\u00fcpfungselement zwischen den dann existierenden zwei Ordnungssystemen einsichtig werden lassen. Die Verkn\u00fcpfung der Ordnungssysteme habe ich im Wesentlichen schon im Aufsatz \u201eZwei Kalenderordnungen\u201c vorgestellt. Sie entsteht u.a. dadurch, dass der 8. Lebenstag, d.h. die Oktave des erwachenden Bewusstseins zugleich der weltliche Neujahrstag ist. Hier geht es mir nun vor allem darum, die innere zahlensymbolische Stimmigkeit des Kirchenkalenders und seine Aufgabe zu verdeutlichen.<\/p>\n<p>Religionen und Zahlensymbolik verbinden Gegens\u00e4tze. Sie stellen Einheit her. Das Symbol f\u00fcr die Einheit der Gegens\u00e4tze als \u201eein Ganzes\u201c ist die Zahl 12 (als \u201e1\u201c+2). In ihrem Sinne musste die Religion das Gro\u00dfe, den Sonnenrhythmus (1) und das Kleine, den Mondrhythmus (2) miteinander verbinden. Deshalb gibt es im Kirchenjahr variable, auf den Mondrhythmus basierende Feiertage, deren <em>Hochzeit<\/em> Ostern ist und auf den Sonnenrhythmus basierende <em>Festtage<\/em> (d.h. stets \u201efest\u201c bleibend), deren <em>Festzeit<\/em> (im unmittelbaren und \u00fcbertragenen Sinne) die Weihnachtszeit ist. Erst im Verbinden beider Existenzen, im verbindlichen Tun, entsteht bewusstes, religi\u00f6ses Leben als eine neue Qualit\u00e4t des Bewusstseins.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Die Natur:\u00a0 das Eine und die Zahl 4<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der Jahresrhythmus wird von 4 nat\u00fcrlichen, astronomischen Zeitpunkten bestimmt. Das sind die sich zweimal im Jahreslauf ereignenden Tagundnachtgleichen am 22.\/23. September und 20.\/21. M\u00e4rz, sowie die sich ebenfalls zweimal im Jahreslauf ereignenden Sonnenwenden am 20.\/21. Juni und am 21.\/22. Dezember.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Tagundnachtgleichen, wie es ihr Name sagt, von der Ausgeglichenheit und so empfundenen Harmonie zwischen Tag und Nacht gepr\u00e4gt sind, bilden die zwei Sonnenwenden die Extreme dazu. Sie markieren den Tag oder die Nacht, an denen die Sonne ihren h\u00f6chsten bzw. niedrigsten Stand erreicht hat und ihre scheinbare Bewegung dann wieder umkehrt.<\/p>\n<p>Die Extreme sind es, welche wir nicht recht zu fassen verm\u00f6gen und durch welche wir uns in unserer Existenz bedroht f\u00fchlen. Insbesondere ist es die Zunahme des Nacht-Pols, die uns scheinbar bedroht und dessen Begrenzung wir sehnlich erwarten.<\/p>\n<p>Tritt dieser Augenblick dann ein, dann empfinden wir ihn als den Beginn einer Neu- und Wiedergeburt des Lebens. Wenn die Sonne ihren Tiefststand erreicht hat und \u201er\u00fcckl\u00e4ufig wird\u201c, steht sie f\u00fcr uns einen theoretischen Augenblick lang still. Jener Augenblick ist im Konkreten nicht wirklich greifbar, denn er kann nur in einer nichtendenden, irrationalen Zahl ausgedr\u00fcckt werden. Und doch ist jener Augenblick gerade der, welcher der Wirklichkeit am n\u00e4chsten kommt. Entgegen unseres Augenscheins bewegt sich die Sonne nicht wirklich, sondern steht im Zentrum des Ganzen still und bildet geradezu dieses Zentrum.<\/p>\n<p>Jene ideelle, im Zentrum allen Seins stehende Ganzheit ist der \u201eGegenstand\u201c jeder Religion. Die Sonne und ihr Licht stehen f\u00fcr sie, und sie sind demzufolge unser gr\u00f6\u00dftes Mysterium. Wie uns das Gleichnis der Sonnenwende zeigt, k\u00f6nnen wir es im Konkreten aber nicht g\u00e4nzlich erfassen, jedenfalls nicht mit ausschlie\u00dflich dinglichen und physikalischen Parametern wie den nur z\u00e4hlenden Zahlen und den dem Rechnen zugeordneten Formeln. Selbst die vier gemessenen Grunddaten, die zwei Tagundnachtgleichen und die beiden Sonnenwenden erweisen sich, sobald sie gemessen werden, als variabel. Das Messen l\u00e4sst uns vor\u00fcbergehend auf Verl\u00e4sslichkeit hoffen, entzieht sie uns aber bei genauerem Hinsehen wieder. In diesem Sinne greifbar wird uns die Welt nicht. Wohl aber l\u00e4sst sie sich begreifen, sobald wir die Elemente des Geistigen hinzuziehen, jene Urtypen aller Existenzen, von denen uns die Zahlen erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Die Grundbotschaft der Zahlenqualit\u00e4ten manifestiert sich in besonderer Weise in der Zahl Vier. Ihr Symbol steht f\u00fcr die Manifestation aller Existenzen, weshalb es einer Weltformel gleichkommt. \u00a0Auch begegnen wir der Vier erstmals bei der Analyse des Jahresrhythmus in den o.g. vier nat\u00fcrlichen, astronomischen Zeitpunkten, den Tagundnachtgleichen und den Sonnenwenden. Trotz der stets variablen, dinglichen Messwerte bleibt das Anfangs- und Ursymbol erhalten: <em>eine<\/em> Sonne und <em>vier<\/em> diskrete Erscheinungen! Um welche Kultur und um welche Wissenstradition es sich bei der Kalendererstellung auch immer handelt, stets basiert sie auf dieser gleichen Urordnung.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Die christliche Religion und das Subjekt (5)<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein Neubeginn ist nicht einfach nur das Hervortreten einer neuen Qualit\u00e4t. Das Hervortreten bedeutet vor allem dessen Wahrnehmen und das erfolgt immer durch das schauende Subjekt. F\u00fcr dieses schauende Subjekt steht die Zahl 5. Sie, die Zahl 5, das schauende Subjekt aber ist selbst zweifacher Herkunft und muss, um die Dinge im Au\u00dfen einen zu k\u00f6nnen, seine beiden Herkunftsqualit\u00e4ten, das Ganze (1) und das Gebrochene (2) alias Geist und Materie in sich vereinen. Dazu muss es zun\u00e4chst selbst einen Transformationsprozess durchschreiten. Das Subjekt muss das Nur-Subjektive als das es sich zun\u00e4chst begreift, mit Hilfe seiner Subjektivit\u00e4t \u00fcberwachsen. Mit anderen Worten: Es muss vom Subjekt zum Individuum, zum \u201eUngeteilten\u201c werden. Das ist ein Akt der Wahrhaftigkeit. Zahlensymbolisch steht daf\u00fcr das Prinzip des Quadrierens. Konkret wird dabei aus der 5 eine 25 (5<sup>2<\/sup>). Die Geburt des sich seiner selbst bewusst werdenden Subjektes, alias des sich selbstreflektierenden Lichtes, musste deshalb auf den 25. Dezember gelegt werden. Die 25 ist etwas \u201eBesonderes und Einmaliges\u201c. In der Reihe der Zahlen verwirklicht sie als solche die ureigene Qualit\u00e4t der Primzahlen, ohne hingegen selbst eine solche zu sein oder sein zu m\u00fcssen. Die 25 ist etwas Besonderes eben gerade dadurch, dass sie nichts Besonderes mehr sein will! Das erhebt sie noch \u00fcber die Primzahlen, die endlich \u201edoch nur alle Primzahlen sind\u201c. Ich habe die Zahl 25 deshalb in meinem Buch einmal die Superprime genannt (s. S. 175). Die 25 er\u00f6ffnet den Weg des Gottesmenschen, der \u00fcber die Vierheit des Kreuzes, die Ohnmacht einschlie\u00dfend, der noch h\u00f6heren Macht teilhaftig wird.<\/p>\n<p>Der Weg dorthin geht \u00fcber das Konkrete und erschlie\u00dft schlie\u00dflich das h\u00f6here Geistige. Er wird u.a. auch im Verh\u00e4ltnis der beiden Kalenderordnungen symbolisch sichtbar gemacht. Die 25 nimmt, wie wir im Einzelnen noch sehen werden, im christlichen Kalender eine Mittlerrolle ein zwischen der von der Natur vorgegebenen Sonnenwende und dem vom Subjekt bestimmten Neujahrsbeginn.<\/p>\n<p>Jeder Kalender beginnt mit der Festlegung des Neujahrtages. Die Festlegung ist weitgehend subjektiv und sie erfolgte in den Kulturen entsprechend unterschiedlich. Hinter dem \u201eersten Datum\u201c verbirgt sich aber stets ein System von Symbolen, das seinerseits auf die Ursymbolik der Zahlen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden kann. Hier nun wollen wir einen Blick auf das Symbolsystem unserer r\u00f6misch-christlichen Tradition werfen, in welcher der 1. Januar zum Jahresbeginn wurde.<\/p>\n<p>Nach dem noch \u00e4lteren, antiken r\u00f6mischen Kalender war der 1. M\u00e4rz der Neujahrsbeginn. Im Jahr 153 \u00a0v. Chr. wurde er verlegt auf den 1. Januar. An dem nun neuen \u201eersten Tag\u201c traten die h\u00f6chsten Konsuln ihr Amt an. Der Amtsantritt entsprach einer \u201eErstmanifestation\u201c. Entsprechend pr\u00e4gten die Konsuln mit ihren Namen dann die Jahre. 200 Jahre sp\u00e4ter (46 \u00a0n. Chr.) wurde der 1. Januar auch im r\u00f6mischen Kalender endg\u00fcltig und offiziell als Jahresbeginn festgeschrieben. Schon damals wurde der Neujahrstag mit ausschweifenden Feierlichkeiten mit Ess- und Trinkgelagen begangen.<\/p>\n<p>Trotz der fr\u00fchen, r\u00f6mischen Festlegung des Jahresbeginns auf den 1. Januar entwickelten sich viele andere und unterschiedliche Vorstellungen von einem \u201eersten, ma\u00dfgebenden Tag\u201c im Jahreslauf. Erst 1691 beendete Papst Innozenz XII. die bis dahin unterschiedlichen Handhabungen der Jahresz\u00e4hlung und setzte wieder den 1. Januar amtlich als Jahresbeginn fest.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong> Die zwei Kalenderordnungen und ihr Bezug zum Ereignis der Sonnenwende<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Gegen\u00fcberstellung der beiden Kalenderordnungen er\u00f6ffnet nahezu nur Differenzen. Um dennoch Gemeinsamkeiten zu entdecken und nachvollziehbar zu machen, bedarf es der nachfolgenden Abbildung:<\/p>\n<p><strong>5.1 Die Differenz zwischen Wintersonnenwende und dem 1. Januar<\/strong><\/p>\n<p>Beim ersten Blick auf die sogenannte weltliche Kalenderordnung erscheint es unverst\u00e4ndlich, weshalb nicht unmittelbar die Wintersonnenwende als Jahresbeginn definiert wurde, sondern der erst 10 Tage sp\u00e4ter fallende 1. Januar. Die Wintersonnenwende w\u00e4re als eine der vier nat\u00fcrlichen Jahreslaufdaten von jedem nachvollziehbar. Der Grund besteht darin, dass sich bei genauerem Hinsehen, alle vier Daten in einem geringen Umfang als variabel erweisen. Doch wissen wir auch, dass sie alle vier zusammengeh\u00f6ren und ein Ganzes bilden. Das wahrnehmende Subjekt erschaut mehr als es zu messen vermag und spielt bei all dem eine entscheidende Rolle. Auch empfinden wir <em>subjektiv<\/em>, dass die Wintersonnenwende eine besondere Bedr\u00fcckungssituation hervorruft. Beide Umst\u00e4nde, die uns Hoffnung gebende aber sich uns dennoch entziehenden Daten der Vierheit und der ebenso bedr\u00fcckende dunkle Pol der dunkelsten Nacht, verweisen auf das dies alles wahrnehmende Subjekt, das in seiner Qualit\u00e4t dar\u00fcber hinausgeht und mehr sieht. Nichts anderes als das Subjekt ist es, welches durch seine Schau, seine Sichtweise, den Fortgang der Entwicklung manifestiert. So, wie das Subjekt die Dinge festlegt, so wird Entwicklung geschehen. Waren die vier messbaren Daten noch variabel, so entsteht durch das festlegende Subjekt nun ein \u201eFesttag\u201c im eigentlichen Wortsinn. Seine Existenz pr\u00e4gt alles Kommende. In der antiken r\u00f6mischen Ordnung waren das die Konsuln am 1. Januar (s.o.), in der christlichen Ordnung ist das die Geburt des Lichtes am 25.12.<\/p>\n<p>Mit der bewussten Entscheidung erw\u00e4hlt das Subjekt eine neue, diesmal \u201efeste\u201c Qualit\u00e4t. Nicht mehr Zeit und Minute stehen im Vordergrund, sondern der Umstand als solcher, der Augenblick des Subjekts.<\/p>\n<p>Zwischen dem Wahrnehmen der dunkelsten aller N\u00e4chte (Sonnenwende) und der \u201eNacht des Jahres-Aufgangs\u201c (1. Januar) liegen \u201e10 ganze Tage\u201c. Erst nach deren Erscheinen wird die einst bedrohende, dunkle Nacht zur Festnacht und zum echten Neubeginn. Erst wenn das Subjekt die Ganzheit (1 bis 10) schaut und die Andersheit und Dunkelheit den ihr geb\u00fchrenden Platz in dieser Ganzheit erteilt, dann ist Festzeit. Sobald das geschehen ist, wird aus der \u201eNacht 1\u201c (21.\/22) die \u201eNacht 11\u201c (31.12\/01.01). In der nun neuen, gewandelten Nacht ist der andere, dunkle und vermeintlich b\u00f6se Pol nicht mehr ein bedr\u00fcckender, sondern ein die Polarit\u00e4t (1-1) <em>und<\/em> Ganzheit (1) \u00fcberschauender. Gem\u00e4\u00df dem Archetyp der Zahl 11, der f\u00fcr Polarit\u00e4t und Symmetrie steht, wird die Polarit\u00e4t als eine Zweiheit vor dem Hintergrund eines symmetrischen Verh\u00e4ltnisses begriffen, der alle Teile auf die Einheit bezieht. In dieser 11. Nacht, der Silvesternacht, beginnt der Januar, eine neue Qualit\u00e4t. Ihr Namensgeber ist der doppelk\u00f6pfige Gott Janus, der nach zwei Seiten schauenden Gott des Anfangs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5.2\u00a0 Die Differenz zwischen Wintersonnenwende und dem \u201eTag der Geburt des Subjekts\u201c am 25. Dezember<\/strong><\/p>\n<p>Um die Frage zu beantworten, welche Ur-Beziehung zwischen dem nat\u00fcrlichen Sonnenwendereignis am 20.\/21. Dezember und dem \u201eTag der Geburt des Subjekts\u201c am 25. Dezember besteht, m\u00fcssen wir wissen, welche Aufgabe die Religion hat. Die Aufgabe der Religion ist das Zusammenbringen und Zusammenhalten der scheinbar unvereinbaren Pole. Solche sind u.a. Materie und Geist, alias Welt und Religion. Um \u201e<em>Dinge zu einen, die scheinbar keinerlei Verbindungen zueinander haben<\/em>\u201c (s. Pythagoras) muss zun\u00e4chst deren Spannung zueinander deutlich werden. Das erreicht die Religion, indem sie der weltlichen, d.h. dinglichen Ordnung exemplarisch eine tiefergreifende, geistige Ordnung hinzuf\u00fcgt. Erst in der Verbindung beider kann deren fruchtbare Zusammengeh\u00f6rigkeit aufgedeckt werden.<\/p>\n<p>N\u00e4heres dazu habe ich im Aufsatz \u201eZwei Kalenderordnungen\u201c dargelegt. Hier nun soll weiterf\u00fchrend gezeigt werden, wie der \u201eTag der Geburt des Lichtes\u201c, der 25.12. zum verbindenden Glied zwischen den nat\u00fcrlichen Gegebenheiten der Sonnenwende einerseits und dem \u201eTag der Geburt des neuen Jahres\u201c (1. Januar) andererseits werden kann.<\/p>\n<p>Die weltliche Ordnung macht die 11. Nacht zur Silvesternacht und stellt prinzipiell der 1. und dunkelsten Nacht die Nacht der erkannten und somit \u201eerl\u00f6sten Polarit\u00e4t\u201c gegen\u00fcber. Das Erkennen und daraus hervorgehende Erw\u00e4hlen ist ein Bewusstseinsakt des Subjektes, welcher die Zukunft pr\u00e4gt. Die Amtseinf\u00fchrung der Konsuln im antiken Rom am 1. Januar setzt das ins Bild. Auf diese Weise wird die unverzichtbare Rolle des Subjektes bei der Manifestation eines Ersten und Festen deutlich gemacht. Seine ganzheitliche (g\u00f6ttliche) Herkunft, W\u00fcrde und Sch\u00f6pferkraft kommt so zum Ausdruck.<\/p>\n<p>Die aus dem Subjekt heraus erfolgende Festschreibung begr\u00fcndet sich in dessen F\u00e4higkeit, sowohl die Ganzheit, als auch die Gebrochenheit als Ganzes in den Blick nehmen zu k\u00f6nnen. In der Beziehung des Sonnenwendereignisses am 20.12\/21.12. \u00a0zum Neujahrstag am 01.01. wird das, wie beschrieben, durch die Zehnzahl der zwischen ihnen liegenden Tage erkl\u00e4rt. Die Zehn ist eine zweifache F\u00fcnf. Die F\u00fcnf ist das schauende Subjekt. Seine Sicht ist notwendig einseitig. In der Zehn tritt die ihr fehlende, polare Sicht hinzu. Das erst macht die Sicht zur wahren \u201eEinsicht\u201c. Die Zahl Eins entfaltet durch sie ihren vollkommenen Charakter. Am Neujahrstag manifestiert sich jene Qualit\u00e4t. Ab diesem Tag soll das Individuum, das sich selbst reflektierende Ungeteilte, in der Lage sein, in einer zweifachen und verbindlichen Weise, die Ganzheit der Sch\u00f6pfung sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Symbolik des 01.01., welche von den zwei Seiten des Subjekts gepr\u00e4gt ist, geht eine einfache Symbolik voran, welche die Beziehung des gleichen Subjekts zum Sonnenwendereignis definiert. Sie wird mit dem auf den 25.12. festgelegten Weihnachtsfest ins Bild gesetzt.<\/p>\n<p>Die Religion versucht mit dieser Terminierung die n\u00e4heren Zusammenh\u00e4nge und Gesetze, aus welchen heraus das Subjekt \u00fcberhaupt entsteht, zu erhellen. Indem sie die Geburt des schauenden, g\u00f6ttlichen Subjektes auf den 25. Dezember vorverlegt, wird das Subjekt in Beziehung zu einer alles grundlegenden Vierheit gebracht, denn als Folge dieser Festlegung wird die <em>vierte<\/em> Nacht zur <em>heiligen<\/em> Nacht.<\/p>\n<p>In der neuen, verfeinerten Ordnung erh\u00e4lt die Vierzahl das entscheidende Gewicht. Der Geburt des g\u00f6ttlichen Subjektes geht etwas voraus, welches sodann in der vierten Nacht manifest wird. Das Subjekt und dessen Bewusstsein ist in dieser Ordnung nun eine notwendige Folge der vorangehenden Vierzahl. Das Subjekt (5) steht nicht mehr au\u00dferhalb sondern innerhalb eines Gesetzes (1-4).<\/p>\n<p>Was am 1. Januar mit der Entscheidung der Konsuln noch dem Zufall nahestand, erh\u00e4lt mit der Erkl\u00e4rung des 25.12. aus dem Gesetz der Vierheit einen gesetzlichen Rahmen. Der Zufall wird nicht abgeschafft aber einem Gesetz unterordnet und umfassender verstanden. Die Entstehung des Subjektes und seines Bewusstseins ist alles andere als Zufall. Sie ist Gesetz und dieses Gesetz begr\u00fcndet sich in der Vierzahl. Deshalb beginnt das Kirchenjahr mit dem ersten von <em>vier<\/em> Adventssonntagen. An deren Ende steht die Geburt der F\u00fcnfheit. Den immer dunkler werdenden 4 Sonntagen folgt die Geburt des Lichtes (5). Die Vierheit der Adventssonntage konzentriert sich noch einmal in den 4 dunklen N\u00e4chten vor der Geburt des Lichtes. Mit ihm beginnen die Tage des nach und nach erwachenden Bewusstseins.<\/p>\n<p>Vor der Geburt des Bewusstseins existiert bereits sowohl die g\u00f6ttliche Vollkommenheit als auch deren unentwegte Fortentwicklung. Im nat\u00fcrlichen Jahresrhythmus symbolisieren das die 4 diskreten, astronomischen Zeitpunkte im Sonnenlauf. Im christlichen Kalender sollen das die 4 Adventssonntage bzw. die 4 N\u00e4chte vor dem 25.12. verdeutlichen. Der j\u00fcdische Sch\u00f6pfungsmythos beschreibt diesen \u201eParadieszustand\u201c wiederum mit dem symbolischen Garten Eden und seinen 4 Fl\u00fcssen. Immer ist der Ausgangspunkt die Vollkommenheit der Vierzahl. Die Fortentwicklung solcher Vollkommenheit noch vor dem Auftauchen des Bewusstseins (5) k\u00f6nnte man mit der unaufh\u00f6rlichen H\u00f6herentwicklung der Vierheit beschreiben (analog 1-4-40-400-4000 usw.). Diese Art Vollkommenheit wird in der biblischen Zahlenfolge 1-4-40, welche f\u00fcr den vollkommenen, g\u00f6ttlichen <em>Erdboden<\/em> (hebr\u00e4isch &gt;<em>adama<\/em>&lt;) steht, ausgedr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Aus jenem vollkommenen Erdboden heraus entsteht ein Gegenpol, der erstmals diese vollkommene Existenz reflektieren kann. Das ist der Mensch, ein \u201eErdling\u201c, der zun\u00e4chst noch den hebr\u00e4ischen Namen seiner Herkunft tr\u00e4gt: Adam (1-4-40). Seiner Potenz nach ist er aber schon eine neue Qualit\u00e4t \u2013 eben die F\u00fcnfzahl. Die Bewusstseinsentwicklung des Erdlings beginnt in dem Augenblick, in dem er den Garten Eden (\u201eWonne\u201c) verl\u00e4sst, ihm polar gegen\u00fcbertritt und die Polarit\u00e4t reflektieren lernt. Das nun potentiell zur Reflexion f\u00e4hige Bewusstsein (5) reflektiert nicht nur den Erdboden sondern aus diesem entstanden, auch sich selbst. F\u00fcr die F\u00e4higkeit der Selbstreflexion steht die F\u00fcnfzahl, welche sich auf sich selbst bezieht. Das symbolisiert die Zahl 25 als das Quadrat der F\u00fcnf (5<sup>2<\/sup> = 25).<\/p>\n<p>Mit der Geburt des Lichtes (Bewusstseins) beginnt eine Bewusstseinsentwicklung. Ihre Phasen werden in der heiligen Schrift sukzessive dargelegt. Die christliche Kalenderordnung versucht diese Phasen mit den Zahlen der Daten symbolisch einzufangen. So gilt beispielsweise der 8. Lebenstag nach dem j\u00fcdischen Gebot als der Tag der Beschneidung des Jesuskindes. Der 8. Lebenstag ist zugleich der 1. Januar, der Tag der weltlichen Neugeburt. Was \u201ein die Welt hinein geboren wird\u201c, das ist notwendigerweise begrenzt und durch die notwendige Begrenzung auch ausgerichtet. Ausgerichtet sein bedeutet in der Terminologie des Menschlichen, orientiert zu sein. F\u00fcr diese Qualit\u00e4t steht die Zahl Acht. Im Judentum werden die Kinder jeweils am 8. Tag beschnitten.<\/p>\n<p>Der Neujahrstag (1.1.) manifestiert die Welt neu. Die Zahl der Manifestation ist die Vier.\u00a0 Die Acht steht f\u00fcr die Manifestation in einer neuen, h\u00f6heren und zweifachen Weise. Durch sie wird Materielles <em>und<\/em> Geistiges manifestiert. Das Ritual der Beschneidung setzt\u00a0 diese Qualit\u00e4t ins Bild.<\/p>\n<p>Der 1. Januar ist im Heiligenkalender der katholischen Kirche das Hochfest der heiligen Gottesmutter Maria. Das die Ganzheit geb\u00e4rende Mutterprinzip Maria steht f\u00fcr die Zahl 4. Sie manifestiert Neues, indem sie nicht nur Gew\u00f6hnliches geb\u00e4rt, sondern zugleich den neuen Geist. Wenn die Kirchenlehrer das Hochfest der heiligen Gottesmutter Maria auf den 1. des Jahres fallen lassen, dann soll das die unaufl\u00f6sliche Verbindung der Qualit\u00e4ten der Zahlen 1 und 4 symbolisieren. Wir kennen sie als das Weltgesetz 1-4.<\/p>\n<p>Die Entwicklung des erwachenden Bewusstseins endet nicht am 8. Tag sondern geht weiter. Am 13. Lebenstag geschieht wiederum eine Neumanifestation. Die Zahl 13 ist aus theosophischer Perspektive (13 \u201e=\u201c 1 + 3 = 4) auch eine Ausformung der Vierzahl. Die diesmalige, der Manifestation geschuldete \u201eBeschneidung\u201c ist keine k\u00f6rperliche mehr, sondern nun eine h\u00f6herer, d.h. geistiger Art. Im 13. Lebensjahr wurde Ismael, der Urvater aller Muslime beschnitten und am gleichen Tag auch Abraham, der Urvater der drei gro\u00dfen Religionen, Judentum, Christentum und Islam (Gen 17,25 f)<a href=\"https:\/\/web-beta.archive.org\/web\/20160316233403\/http:\/www.zahlensymbolik.de\/?p=116#_edn1\">[i]<\/a>.<\/p>\n<p>Der 13. Lebenstag im Leben des christlichen Bewusstseins ist der 06. Januar, der Dreik\u00f6nigstag oder auch Hochneujahr genannt. Er gilt auch als der Tag der Taufe Christi. Mit dieser Neugeburt wird das christliche Bewusstsein im Glauben orientiert. Bis zu dieser Neuorientierung am 06.01., dem Hochneujahr, sind dann seit Geburt 12 N\u00e4chte vergangen. Sie gelten als die sogenannten 12 Raun\u00e4chte, in denen das erwachende Bewusstsein vielen Spannungen und Gefahren ausgesetzt ist (s. Aufsatz \u201eZwei Kalenderordnungen\u201c).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong> Die Kalenderordnung \u2013 die Begegnung des Subjekts mit dem scheinbar Irrationalen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>So sehr der Mensch zur Orientierung auch eine Kalenderordnung braucht, so schwierig gestaltet sich deren Festlegung, denn sie st\u00f6\u00dft auf das Grundproblem jeder Existenz: Je genauer man die Dinge in z\u00e4hlender Weise \u201edingfest\u201c machen will, um so mehr entziehen sie sich diesem Vorhaben. Das gilt f\u00fcr die moderne Physik, ebenso wie f\u00fcr die Grundlagen der Kalenderordnung. Letztere basiert auf drei von der Natur vorgegeben Grundrhythmen, dem <em>Tag<\/em> als Folge der <em>Erdrotation<\/em> um die eigene Achse, dem <em>Monat<\/em> als die zyklische Ver\u00e4nderung des <em>Mondes<\/em> und dem <em>Jahr<\/em> als Folge des Erdumlaufes um die <em>Sonne<\/em>. Alle drei Grundrhythmen sind nicht wirklich konstant. Sie variieren und stehen vor allem untereinander in keiner einfachen mathematischen Beziehung. Die rechnende Methode allein f\u00fchrt daher zu keiner eindeutigen und unproblematischen Kalenderordnung. Ohne eine vom Subjekt vorzunehmende Erw\u00e4hlung finden wir keine solche. Die Kriterien, die zur Entwicklung der christlichen Kalenderordnung gef\u00fchrt haben, basieren, wie wir sehen k\u00f6nnen, auf den Qualit\u00e4ten der Zahlen.<\/p>\n<p>Man kann bei den angef\u00fchrten Argumenten es kaum dem Zufall zurechnen, dass unter all den entstandenen Kalenderordnungen sich weltweit gerade <em>die<\/em> Kalenderordnung durchgesetzt hat, welche auf dem christlichen Glauben und auf dem Dezimalsystem beruht.<\/p>\n<p>Das Kirchenjahr ist eine relativ sp\u00e4te Entwicklung. Doch es basiert auf nat\u00fcrlichen, qualitativen Gegebenheiten, welche schon vor Jahrtausenden bemerkt und rituell verarbeitet wurden. So war der 25. Dezember, an dem wir heute die Geburt Christi feiern, schon bei den \u00c4gyptern ein besonderer Feiertag. Sie nannten ihn den \u201e26. Chojak,\u201c den \u201e<em>Tag der Wiedergeburt des Gottes Osiris\u201c<\/em>. Der \u00dcberlieferung nach schien die Sonne an diesem Tag umzukehren. Die Parallele zum Mythos der Geburt des christlichen Gottessohnes ist kein Zufall. Die \u00c4gypter beriefen sich auf die gleichen Zahlsymbole.<\/p>\n<p>Im Jahrtausende alten \u00e4gyptischen Kalendersystem z\u00e4hlte das Jahr schon 365 Tage. Alle 4 Jahre gab es ein Schaltjahr. Das Jahr wurde in 3 Jahreszeiten mit jeweils 4 Monaten \u00e2 30 Tagen eingeteilt. Die zu den insgesamt 365 Tagen fehlenden 5 Tage wurden dem letzten Monat des Jahres angeh\u00e4ngt. Am Ende der von der Natur vorgegebenen Vollkommenheit stand wiederum die F\u00fcnfzahl. Sie symbolisiert ein \u00fcber-die-Natur-Hinausgehendes. Die F\u00fcnfzahl steht f\u00fcr das die Ganzheit reflektierende Bewusstsein. Im Mythos ist das die \u201eGeburt des g\u00f6ttlichen Subjekts\u201c und so galten im \u00e4gyptischen Kalender die letzten 5 Tage als die Geburtstage der G\u00f6tter Osiris, Horus, Seth, Isis und Nephytis.<\/p>\n<p>Das sich und die Ganzheit reflektierende Bewusstsein (5) wird immer sogleich konfrontiert mit der Polarit\u00e4t der Polarit\u00e4t von Subjekt und seinem Gegensubjekt. Der Osiris-Mythos problematisiert die daraus entstehenden Gesetze der Reibung. Der Mythos endet mit der Wiedererstellung der Ganzheit indem die vermeintliche b\u00f6se Halbheit in das gr\u00f6\u00dfere Ganze integriert wird. F\u00fcr die endlich notwendige, fruchtbare Verschmelzung von Individualit\u00e4t (+5) und Gegenindividualit\u00e4t (-5) stehen viele Zahlensymbole. Der Osiris-Mythos bedient sich der Zahl 14. Im j\u00fcdisch-christlichen Mythos steht f\u00fcr diese h\u00f6here Ganzheit der Gottesname JHWH mit seiner Zahlensymbolik 10 = 5 + 5, wie sie im Dekalog (10 Gebote) ausgef\u00fchrt wird.<\/p>\n<p>Die \u00c4gypter kannten die im Dekalog dezidiert zweifach begr\u00fcndete und noch heute g\u00fcltige 7t\u00e4gige Woche zwar noch nicht. Sie kannten anstatt des Siebener-Rhythmus den <em>10t\u00e4gigen Dekan. <\/em>Doch die im Osiris-Mythos symbolisch beschriebene Ganzheit bedient sich der Zahl 14. Die Zahl 14 macht zweierlei: Sie bedient sich zum einen in ihren Teilen der bekannten Symbole 1 und 4 und sie symbolisiert zum anderen die Ganzheit durch eine Zweiheit \u2013 die zweifache Siebenheit.<\/p>\n<p>Die hinter den verschiedenen Kalenderordnungen stehenden Zahlensymbole weisen zueinander formale Unterschiede auf.\u00a0 Hinter allen aber steht ein und das gleiche Grundthema: die Eingliederung des zur Welt der Sch\u00f6pfung geh\u00f6renden negativen Pols. Das Nichtberechenbare und Irrationale, das scheinbar die Ganzheit Bedrohende soll vom Bewusstsein eingefangen werden.<\/p>\n<p>Besonders eindr\u00fccklich haben die \u00c4gypter diese hohe Aufgabe im Ramses-Tempel in Abu Simbel zur Anschauung gebracht. Am 21.-23. Juni, zur Sommersonnenwende, f\u00e4llt f\u00fcr kurze Zeit das Licht der Sonne tief in den Tempel hinein und bestrahlt einmal im Jahr den gottgleichen Pharao. Das geschieht genau in dem Augenblick, indem die Sonne ihren \u201ej\u00e4hrlichen Niedergang\u201c beginnt. Der Niedergang der Sonne wird in diesem Schauspiel mit der Erhellung des Bewusstseins verbunden. Man k\u00f6nnte metaphorisch sagen, dass <em>der<\/em> Mensch erleuchtet wird, der (auch) im Untergang erstrahlt.<\/p>\n<p>Die Natur spricht den Menschen konkret an. Wendet er sich ihr aber zu, so erweist sie sich als relativ und in endlicher Konsequenz als \u201eunkonkret\u201c und \u201eungreifbar\u201c. Das gen\u00fcgt den Menschen nicht. Im Schauspiel von Abu Simbel antwortet der Mensch auf die Ansprache der Natur mit dem \u201e\u00dcber-Nat\u00fcrlichen\u201c. Was er von der Natur als Untergang des Lichtes erf\u00e4hrt, das verwandelt er zu einem inneren Aufgang des Lichtes. Im \u201e\u00dcber-Nat\u00fcrlichen\u201c, der Kunst im weitesten Sinn, findet er Heimat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/web-beta.archive.org\/web\/20160316233403\/http:\/www.zahlensymbolik.de\/?p=116#_ednref1\"><strong>[i]<\/strong><\/a><strong> \u201e<em>Und sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als er am Fleisch seiner Vorhaut beschnitten wurde. So wurden an eben diesem Tag Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten und alle M\u00e4nner seines Hauses, der im Haus geborene und der von einem Fremden f\u00fcr Geld gekaufte\u00a0 wurden mit ihm beschnitten.<\/em>\u201c\u00a0 (Gen 17,25f)<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Gleichsetzung von \u201eJahr und Tag\u201c (13. Lebensjahr und \u201eam gleichen Tag\u201c), \u201eVater und Sohn\u201c, \u201efreibestimmten Subjekt und Sklave\u201c sowie \u201eSubjekt und Objekt\u201c, dr\u00fccken die Einheit der Gegens\u00e4tze alias \u201eGanzheit und Halbheit\u201c aus.<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Eintrag wurde ver\u00f6ffentlicht in <a href=\"https:\/\/web-beta.archive.org\/web\/20160316233403\/http:\/www.zahlensymbolik.de\/?cat=1\">Allgemein<\/a> von <a href=\"https:\/\/web-beta.archive.org\/web\/20160316233403\/http:\/www.zahlensymbolik.de\/?author=1\">drstelzner<\/a>. <a href=\"https:\/\/web-beta.archive.org\/web\/20160316233403\/http:\/www.zahlensymbolik.de\/?p=116\">Permanenter Link des Eintrags<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/web-beta.archive.org\/web\/20160316233403\/http:\/wordpress.org\/\">Proudly powered by WordPress<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 Ver\u00f6ffentlicht am 21. 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Inhaltsverzeichnis Zwei Seiten einer M\u00fcnze und das sie Verbindende das Symbolische Die verbindende Aufgabe der religi\u00f6sen Ordnung Die Natur: das Eine und die &hellip; <a href=\"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/?p=93\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">&#8222;Die Symbolik der zwei Kalenderordnungen und ihr Bezug zum Sonnenwendereignis&#8220; <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93"}],"collection":[{"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=93"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":94,"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/93\/revisions\/94"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=93"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=93"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/zahlenbedeutung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=93"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}